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Projektvoraussetzungen

Wärmequelle

Inhalt des Projektes ist die Nutzung der im Grubenwasser enthaltenen Wärme für die Wärmeversorgung von drei gewerblichen Einrichtungen und eines Erlebnisbades im Gewerbegebiet „Vor der Stadt“ in Marienberg. Die erschlossenen Grubenwässer können außerdem zur Gebäudekühlung sowie zur Raumluftentfeuchtung im Sommerbetrieb ohne zusätzliche Kälteanlage genutzt werden.

Dazu ist es erforderlich, auf dem Niveau der Grubenwassersohle in einer Tiefe von 107,5 m einen Wärmeübertrager zu installieren. Dieser Wärmeübertrager ist für eine Übertragungsleistung von 600 kW ausgelegt. Das Grubenwasser wird mittels Unterwasserpumpen der Grubensohle entnommen, im Wärmeübertrager um 5 Grad Celcius abgekühlt und auf kurzem Weg der Grubensohle wieder zugeführt. Zur Vermeidung von Vermischungserscheinungen bezüglich der Wassertemperatur sind entsprechende Dämme einzubauen.
Diese Parameter
 - Übertragungsleistung 600 kW
 - Temperaturdifferenz 5 Grad Celcius
erfordern folgenden Grubenwasserförderstrom

 m = Q / c *    t  =  600 * 860 / 1 * 5  =  103.200 kg/h = 103,2 m³/h

Die durchgeführten Pumpversuche zeigten, dass in Abhängigkeit der Jahreszeit der Gesamtwasserzulauf zwischen 124 m³/h und 2.000 m³/h liegt.
Das Grubenwasser hat eine Temperatur von 12,4 Grad Celsius.
Damit sind die wasserseitigen Voraussetzungen des Pilotprojektes erfüllt.

Organisatorische Voraussetzungen

Der Schacht 302 befindet sich auf dem stadteigenen Flurstück 519/12 der Gemarkung Marienberg. Mit der Projektdurchführung hat die Stadt Marienberg die Stadtwerke Marienberg GmbH beauftragt.
Um die Projektdurchführung und spätere Betreibung der geothermischen Anlage optimal zu gewährleisten, wurde zwischen den Parteien ein Erbpachtvertrag geschlossen. Die potenziellen Abnehmer der geothermischen Energie werden diese Energieform jedoch nur annehmen, wenn die Gestehungskosten mit denen der konventionellen Erdgasversorgung vergleichbar und nachhaltig einschätzbar bleiben.
Deshalb wurde für das Projekt ein Fördermittelantrag im Rahmen der INTERREG III-A-Initiative gestellt und von der Sächsischen Aufbaubank nach Prüfung und fachlicher Einschätzung durch das Landesamt für Umwelt und Geologie zustimmend beschieden.

Die erforderlichen Genehmigungen und Bewilligungen nach Bundesberggesetz hinsichtlich der Entnahme des Bodenschatzes Erdwärme und der Errichtung und Betreibung der geothermischen Anlage wurden vom Sächsischen Oberbergamt erteilt und werden, da in diesem Projektfall Neuland betreten wird, fachlich begleitet.


Projektstandort

Der zum Geothermiestandort gehörende Schacht 302 wird dem ehemaligen Marienberger Bergrevier zugerechnet. Er liegt am nördlichen Stadtrand von Marienberg in unmittelbarer Nähe zum Gewerbegebiet „Vor der Stadt“.
Von großer Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit der geothermischen Nutzung ist die örtliche Nähe zu den Verbrauchern.

Aqua-Marien Energieversorgung Marienberg Stadt Marienberg