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Ausgangssituation

Eine zeitgemäße Energiepolitik wird dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an erneuerbaren Energien zunimmt, weil fossile Brennstoffe und Atomenergie die Kriterien der Nachhaltigkeit nicht erfüllen.
Dieser Ansatz bestimmte von Anfang an die Herangehensweise für das Projekt „Geothermischer Wärmeverbund Marienberg“. Dabei handelt es sich nicht um die Anwendung der klassischen Geothermie mit Doppelbohrungen bis 4.000 m Tiefe, sondern um die Ausnutzung der Erdwärme aus Grubenwasser in oberflächennahen Bereichen.
Zur Erläuterung der Ausgangssituation sind zwei Aspekte von entscheidender Bedeutung:
Einmal existieren in der Erzgebirgsregion zahlreiche Schächte und Grubenbaue im oberflächennahen Bereich aus dem mittelalterlichen Erzbergbau oder aus der Wismutzeit mit vorhandenen Stand- oder Stollnwässern. Sie weisen im Schnitt Temperaturen von 8-15 Grad Celsius auf und stellen eine gewaltige Ressource dar. Erschließbar ist dieses Wärmepotential aber nur durch den Einsatz von Wärmepumpen. Sie können nach dem Kompressions- oder Absorptionsprinzip arbeiten. Weil die Wärmepumpe für den Antrieb des Kreisprozesses jedoch Fremdenergie benötigt, handelt es sich um eine Kombination aus Anwendung erneuerbarer Energie und rationeller Energienutzung.
Der zweite Aspekt betrifft die Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit.
Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Sachsen wurde ein Verwaltungsabkommen zur weiteren Behandlung sächsischer Wismut-Altstandorte geschlossen. Der dazu eingesetzte Sanierungsbeirat setzt Prioritäten in der Auswahl der Objekte.
Aussicht auf Erfolg hat ein Sanierungsprojekt, wenn die fachlichen Sanierungsziele mit Effekten für die regionale Entwicklung verbunden sind.
Diese Bedingung wurde in die Aufgabenstellung integriert. Basis der Betrachtung ist ein kaltes geothermisches Wärmeverteilungsnetz für Großverbraucher im Gewerbegebiet der Stadt Marienberg mit dezentralen Wärmepumpen am Verbrauchsort.


Der Sanierungsbeirat konnte von diesem Konzept überzeugt werden. Die Wismut GmbH führte die Sanierung des Schachtes 302 somit nicht in Form einer sicherheitsmäßigen Betonverplombung des Schachtkopfes aus, sondern stellte die Grundlagen einer Nachnutzung in den Vordergrund.
Damit steht für das Projekt „Geothermischer Wärmeverbund Marienberg“ ein sanierter standfester Schacht mit einer nutzbaren Tiefe bis 107,5 m zur Verfügung. Der Projektträger kann sich aus fachlicher und finanzieller Sicht auf die Anlagentechnik der Geothermie konzentrieren.

 

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